300/16: Einkauf: Bei Jacques Weindepot in der Hardenbergstr. auf Weinshoppinghopping

Ein Glaserl Rotwein!

Wine is fine but whiskey’s quicker
Suicide is slow with liquor
Take a bottle and drown your sorrows
Then it floods away tomorrows
Away tomorrows
Ozzy Osbourne – Suicide Solution

Ozzy Osbourne hat vor vielen Jahren Lösungen, sich umzubringen, angeboten, wie man eingangs nachlesen kann.

Ich mag den Jacques schon seit vielen Jahren und bezog Wein vor allem dann dort, wenn ich mal wieder auf dem Schlauch stand. Der Weinschlauch, zu 5 L Füllmenge oder zu 10 L ist dort praktisch zu beziehen, einzukammern in Speisekammern des Schreckens und bei Bedarf kaltzustellen.

Im Moment wird in der Hardenbergstr. gebaut. Alles ist unfunktional. Allerdings geht zu Jacques Kundenparkplatz eine unbefestigte Schotterrampe, die nach hinten auf den Hof führt, mit Schranke und Klingeln. Nicht klopfen, und es wird Euch aufgetan. Kein Abbruch der Geschäftsbeziehungen droht. Weinverkauf zur Straße hin ohne Unterlass.

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Schwoofen jehn! (Banner)

297/16: Schwoofen jehn: Am Stuttgarter Platz in Berlin-Charlottenburg

button_Gastritik (auf yelp: Beitrag des Tages vom 03.07.16)

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Jazzkonzert an einem unüblichen Ort: Im Gasthaus Leonhardt findet ein kleines Jazzkonzert statt. Beobachtungen…

Man tut dem Stuttgarter Platz Unrecht, indem man ihn auf Erinnerungen reduziert. War hier früher eine der Rotlichtmeilen Berlins, scheint dieselbe inzwischen weitgehend verdrängt. Rotlicht noch im Hinterzimmer. An der Straßenfront zur Windscheidstr. hin ist das Ambiente groß- und bildungsbürgerlich und man sagt den Vorbeiflanierenden, soweit sie Anwohner sind, tatsächlich ein gesichertes Realeinkommen nach. Norbert ist so einer. Er hat sich im Gasthaus Leonhardt niedergelassen, um am Abend noch einen Wein zu trinken.

Im Leonhardt findet am Samstagabend ein Jazzkonzert im kleinen Rahmen statt. Das ist an diesem Ort ungewöhnlich. Gewöhnlich ist die Rolle der Jazzmusik an und für sich. Helge Schneider hat das ambivalente Leben des Jazzmusikers in dem Film Der frühe Vogel fängt den Wurm hinreichend beschrieben. Tagsüber ist Helge Fischverkäufer und am Abend tritt er im einzigen vorhandenen Jazzclub auf. Es ist ein Zuschauer da und ob er zahlen musste oder gar auf der Gästeliste der Band steht, erfährt man nicht genau. Es tut im Grunde genommen auch nichts zur Sache. Nur dass der einzige Zuschauer immer recht schnell müde ist und einschläft. So geht der Jazz des Lebens.

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274/15: Gastritik: Das japanische Sushi-Restaurant „Sayuri“ am Kurfürstendamm in Berlin-Halensee

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Grüne Erbsen mit Wasabi

Grüne Erbsen mit Wasabi

Erstklassig. Kult die Bedienung: Lustiger, etwas zerstreut wirkender Japaner. Zu dritt Sushimehrteiler genossen, Genossen. Gehe wieder hin, auf jeden. – Was einen Japaner ausmacht, der Sushi kredenzt? Witzigkeit.

Kennt keine Grenzen. Wusste aber auch Hape Kerkeling schon, der Gelegenheitsberliner aus Wilmersdorf. Die Summe der Kommentierungen ist nicht das Problem, um zu entscheiden, ob ein Restaurant gut ist oder schlecht. Die Einzelmeinung ist das Problem, und wenn sich der Kommentar herausschält aus der Situation, in der sich die öffentliche Meinung befindet.

Meine Meinung ist positiv. Das japanische Interieur ist karg und von großer Edelheit, Noblesse. Die Mitarbeiter sind super, aus verschiedenen Gründen. Am Kudamm gelegen, eher sehr klein, kommt eine Mitarbeiterin herein von der Straße zum Dienst und begrüßt erst einmal uns drei, die wir hier gerade Platz genommen haben. Ich erstmals.

Wir drei sind uns einig, dass es etwas mit einem macht, wenn eine freundliche Ansprache erfolgt und man als Gast wiedererkannt wird. Ich ja nicht, ich war das erste Mal dort. Die Sushis auf der Karte sind übersichtlich sortiert. Ich bin kein ausgesprochener Großschwätzer und Kenntnisaffe, ich nutze Karten, um mich grob zu orientieren, ich weiß, was ich will, heute Thunfisch und Lachs-Rollen, zwo mal acht Stück, Wasabi und Ingwer dazu, einen Ingwer-Limetten-Tee. Mein Problem ist, dass ich gelegentlich hobbyartig schriftstellere: Ich habe teils zu viele Bilder im Kopf, Situationen, Einrichtungen, Gegenstände, kleinste Begebenheiten. Warum die Chemie am gestrigen Abend für mich so stimmig war, so stimmte? Okay, ich erklär´s.

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266/15: Archiv: Das Restaurant „The Middle Way“ am Teltower Damm in Berlin-Zehlendorf

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Aus: Archiv
VÖ: 12.08.09 auf qype (yelp)
Ranking: heute oberster Beitrag bei „Empfohlenen Beiträgen“
Aktualisierung: Erneuter Restaurantbesuch März 15
Änderungen: Lokal durchrenoviert, aus früherem „Pizzeria La Cassetta“ war „The Middle Way“ geworden, von Bruder und Schwester betrieben. Bruder Buddhist, lehnte lange Zeit ab, Alkohol auszuschenken. Existenzbedrohende Kundeneinbrüche. Schwester führt Restaurant allein weiter, Speisekarte, Name und Erscheinungsbild komplett überarbeitet. Unter neuem Konzept ist alte Beschreibung nicht zu gebrauchen. Alte Beschreibung auf yelp gelöscht und tagesaktuell archiviert. Die Fotos auf yelp entfernt.

Der Ursprungsbeitrag vom 12.08.09:

Das Thairestaurant ‚The Middle Way‘ wurde von deren Betreibern vor rund sieben Wochen neu eröffnet. Es wurden ehrwürdige, alte Hallen des feinschmeckerischen Ruhms gewählt. Bereits seit den Siebziger-Jahren residierte in dem Restaurant die italienische Pizzeria La Cassetta.

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262/15: Gastrokritik: Vom Dunkelrestaurantbetrieb – Dans le dunkle c´est bon munkle… #Noctivagus

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Noctivagus_Dunkelrestaurant

Privatmeinung: „Die groesste Abzocke, die wir seit langem erlebt haben. Unter dem Deckmantel Blinde Menschen zu unterstuetzen und seine Sinne als „sehender Mensch“ zu schaerfen und gleichzeitig Demut zu ueben, geht es scheinbar den Betreibern dieser Einrichtung nur darum Kohle zu machen. Diesen Eindruck muss man bei diesem duerftigen Service, dem absolut einfachem Essen und der unfassbaren lauten Geraeschkulisse der anderen Gaeste bekommen.“ (Yelp-User RK, Original übernommen inkl. Schreibfehler, wenig repräsentative Privatmeinung, etwas abweichend von den weiteren…)

Scharlatanerie, Mützchen der Blindenfreundlichkeit aufgesetzt, bisschen viel Geld kostet´s: Die Geschmäcker derjenigen, die das Dunkelrestaurant Noctivagus besucht haben, sind unterschiedlich. Von eins bis fünf Sterne alles dabei.

Das investigative Foto vom Gastraum hat Yelp-User Gabriel F. aus Mittelösterreich angefertigt. Nicht nur ein erbitterter Urheberrechtsstreit wird befürchtet, der die künstlerische Schöpfungshöhe des Fotos unter Beweis stellt, wird es die Spreu vom Weizen trennen: Jetzt gehen nur noch eingeweihte Gastro-Interessenten dort hin. Denn man konnte ja hier schon ausführlich vorgucken.

Die Homepage ist verlinkt.

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