Wenn Du unterwegs bist in Berlin (Schöneberg), kann dich der Hunger schon mal heimsuchen. Oder du hast etwas Geschäftliches dazu tun. Obwohl der Ruf der „Potse“ im Volksmund der vergangenen fünfzig Jahre gelitten hat, muss man heute bemerken, es ist da viel los. Gastronomisch erst recht. Auf der Potse (Potsdamer Str.) tummelt sich eine Vielzahl von Gastronomien aller Art. Dort ist nichts so, wie woanders.
So wie beim Restaurant Neffes, dessen Besuch heute vom modernen „global citizen“ erzählt. Hier treffen wir auf deutsche Küche und auf indische (hä?), der Name des Restaurants ist ursprünglich türkisch. Nanu, nana. Holla, die Waldfee.
Icon #FotosWenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen. (chinesisch) 24.10.24 #PapayabyKhunMae #Kantstr #Berlin #Charlottenburg #TTT #Tulipstagram
Kürzlich hatte ich darüber räsoniert, wie man english speaking people nun die Kantstr. nahe bringt und ob man „Cuntstr.“ sagt. Eigentlich habe ich mich dagegen entschieden.
Über die Neueröffnung der kleinen Schwester vom Restaurant Papaya in der Kantstr. hatte ich hier stichwortartig berichtet. Gestern war ich wieder einmal da. Das Foto ist ein Selfie, ich sitze auf der Kantstr., auf der es aktuell heißt, ein CDU-Politiker habe Gewaltfantasien und wolle sämtliche Bewohner der Kantstr. aus den oben gelegenen Wohnungen räumen lassen, weil die ausgerollten Behelfsfahrradwege einen wirksamen Brandschutz durch die Berliner Feuerwehr vereiteln. Das ist so Berlin und darum gibt es das Sprichwort auch China kostenlos dazu: „Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“ (chinesisch) – Ein anderes übrigens geflügeltes Wort heißt: „Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.“ (Karl Kraus) – Doch das ist kein anderes Thema.
Icon #FotosFuddern wie bei Muddern – #Papaya #Berlin #Charlottenburg #TTT #Tulipstagram#Papaya #Berlin #Charlottenburg #TTT #Tulipstagram
Es ist nicht ganz leicht, sich im Papaya zu verabreden, wenn man eine Zeit lang nicht dagewesen ist. Man verabredet sich, und während der Eine schon da ist, will der Andere nicht los. Bzw. zwei setzen sich direkt nebeneinander ins selbe Restaurant und warten im jeweils anderen aufeinander. So geschehen.
Des Rätsels Auflösung: Einer geht ins neu eröffnete links von vorn gesehen. Und der Andere setzt sich -wie immer- ins rechts davon befindliche, wie immer. Das Restaurant Papaya an der Kantstr. ist jetzt ein doppeltes Lottchen. Es gibt zwei Restaurants, direkt nebeneinander. Für beide gibt es deutlich unterschiedlich zusammengesetzte Speisekarten, im Foto ein Auszug aus der Karte des links neu eröffneten.
Beide haben unterschiedliche Küche, aber man kann sich rechts hinsetzen und aus der Speisekarte des linken bestellen. Dann aber bitte nur bis 20 Uhr. Kein Problem. Also habe ich aus der neuen Speisekarte bestellt und war sehr angenehm überrascht. Ich nahm mir vor, bei nächster Gelegenheit nochmal hinzugehen. Ich fotografierte die ganze Speisekarte einmal durch, sie ist lang und ich werde sie noch in Ruhe auswerten.
In allem Anfang ist ein Zauber inne. Merken.
#todoListe – Stefan Bescheid sagen, hier kann man essen gehen. 🙂
Da ich gefragt wurde, ob ich eine Empfehlung ausgeben kann? In aller Kürze: Kann ich. Jawoll. In Stichworten, kurzgefasst:
In einer Gastrokritik anderswo heißt es: „SIDA-THAI „First Thai-Restaurant in Berlin – since 1976″ Das SIDA-THAI eröffnete vor über 40 Jahren in Berlin-Steglitz. Aus Thailand eingeflogen – fertigte ein Zimmermann-Meister alle Holzarbeiten: viele Schnitzarbeiten und ein wunderschönes, kleines Thai-Haus mitten im Restaurant.“
Dieser Zustand ist heute nicht mehr ganz so. Alles ist mächtig in die Jahre gekommen. Und doch gibt es ja ein Oeuvre, wie es heißt, indem man die Patina des Interieurs nicht nur spürt, sondern auch braucht für die eigenen Erinnerungen. So ist es hier. Es ist alles genau so, wie wir es gern erinnern würden. Irgendwie als hätte sich gar nichts groß verändert. Verstehst Du? So wie in der Altberliner Stampe. Und wozu auch Chichi und dieser ganze neumodische Terz?
Inzwischen hat das Restaurant meines Wissens nach mehrere Besitzerwechsel hinter sich. Ich war immer mal dort. Dann verfestigte sich bei mir die Meinung, da könne ich nicht mehr hingehen. Nun habe ich ein, zweimal dort gegessen wieder, einmal mit Stefan, gestern mit Elke: Meine aktuelle Betrachtung ist: Da kannst Du jetzt wieder sehr gut hingehen. Ich hatte Tom Yam Gung (Garnelensuppe), Fischbuletten thaistyle und ein Yam Nuea (gehacktes Rindfleisch) – Elke hatte Rindfleisch in gebratenem Ingwer mit einer braunen Austernsauce. Alles sehr geschmackvoll. Bedient hat uns eine kleine, rundliche Thaifrau von ausgesuchtem Charme, witzig, pointenreich, wusste etwas zu Land & Leuten zu erzählen, ob man besser kalte oder heiße Getränke hat.
Zu meiner großen Freude lief mit dort Lutz Halfter, Schlagzeuger und nachweislich „married man“ – früher Jocelyn B. Smith, Arakontis, B3, fifty five (Dunstkreis Andreas Hommelsheim) über den Weg und wir wechselten viele nette Worte. An dieser Stelle ließ ich Andreas Liebesgrüße übermitteln und hoffe, sie kommen an. Nochmal Fazit: Das Restaurant heißt jetzt anders (Namen habe ich vergessen), ist aber dort und ich empfehle den Wiederbesuch. Es ist dort wieder „alles gut“, wie früher. Netter kleiner Laden und weit und breit keine vergleichbaren Thais just around that corner of Berlin.