

#Supermarktchuzpe #LeicaLiker #DerUhrheber #TTT #Tulipstagram (auf Bild klicken)
Subtext: Die als zu lax kritisierte, geradezu nachlässige Handhabung deutscher Supermarktangebote, die den alltäglichen, leicht kräuterisierten Verzehrfisch betreffende Chuzpe deutscher Gelegenheitspescetarier (-arier) am Beispiel wütender Kartoffelstampfbefürworter und Kräutercretins. Was?
Wer einen Blick auf das fotografische Beweismittel wirft, betritt unweigerlich den Gerichtssaal der modernen Esskultur.
Dort ruht detailliert festgehalten in einem aufgeräumten Collagenbiest ein grundsolider Ofenlachs unter verlässlicher Kräuterkruste, flankiert von standhaftem, ehrlichen Kartoffelstampf. Handgestampft.
Fotografisch präzise dokumentiert, strahlt die Mahlzeit pragmatische, alltagstaugliche Güte aus. Geleit-Worte verwandeln das Stillleben abrupt in einen soziologischen Tatort. Du wirst Zeuge einer pointierten Kollision grundvernünftiger Lebensrealität und juristisch-akademischer Überhöhung.
Die Schlussfolgerung drängt sich dem Betrachter unmittelbar auf: Hier wird nicht Essen an sich verhandelt, sondern gesellschaftliche Aufladung des Tellers. Der Text seziert mit rhetorischer Schärfe und beißender Ironie die Diskrepanz zwischen Pescetariertum und gutbürgerlicher Pragmatik des Alltags. Kinners, wollt Ihr ewig leben?
Die Mahlzeit wird gewissermaßen als Anlage A in den Zeugenstand gerufen, um gegen die Verbissenheit der Kräutercretins und Kartoffelstampf-Befürworter auszusagen. So gingen Gesinnungskriege schon immer los. Man begreift rasch satirische Fallhöhe. Eine brillante Verteidigung des unkomplizierten Genusses gegen jene, die selbst aus einer ehrlichen, qualitativ einwandfreien Portion Fisch ein Politikum machen wollen. Bis die Weltmeere leergefischt sind, üben wir uns im Supermarkt-Angebot am Tiefkühlregal aus garantiert FSC-zertifierter Aquakultur vor Norwegens Fjorden. Oder Schottland. Hauptsache, Alaska. – Diese ganzen Wohnfühl-Streichelzoos und Initiativen Tierwohl, sie kommen einem viel zu lax vor. Reichlich Lachs.
Der Uhrheber ist die Sinn suchende Figur mit der Laterne und hebt mit Schöpfungstiefe geistige Höhenflüge in diese Sicht auf eine gesellschaftliche Grauzone: in den Moment, in dem das ganz normale Mittagessen unfreiwillig zum Beweismittel im Prozess um die Essmoral des Prekariats wird. Das Prekariat, das sind wir, für drei Euro neunundsechszig pro Packung mit Dillstreupulverbeilage. Stremellachs geht anders.
Guten Appetit. Musik an, Anspieltipp: Gun’s & Roses – Appetite of Destruction.
![]()
- Kartoffelstampfbefürworter, Kräutercretin und Uhrheber #TulipKI
- In stillem Gedenken an die Anständigkeit #TulipKI
- Living Rooms of Perception: Architektentraum lebenswerte Wohnräume der Wahrnehmung #TulipKI