Serie: Thai Elephant, Berlin-Charlottenburg

286/15: Foto: Restaurant Thai Elephant, Berlin-Charlottenburg

235/14: Essen gehen: Über das Glücklich sein über die richtige Köchin

Tom.Yam.Gung

„Wenn ich wüsste, wie Glücklichsein geht, wäre ich es damals gewesen. Und möglicherweise sogar noch heute.“ – Helmut Dietl

Freitag gehört dem gepflegten Essen mit Patric in Berlin an der Fasanenstr., gegenüber die Jüdische Gemeinde. Dort habe ich früher einmal gesessen am „Tag der Opfer der Shoa“. Durch Vorlesen der Namen jüdischer Deportierter gedacht, darunter viele, die in Albert Speers Wohnungsbeschaffungsprogramm für die Führungselite der Nationalsozialisten ausgebürgert worden gen Osten, von wo sie nie wieder kamen. Seelen sammeln, um Menschen zu verstreuen auf Feldern. Das Hotel Kempinski steht hier und gehört ganz Verstreuten in allen Winkeln der Welt. Die thailändische Königsfamilie hatte auch Aktien vom Haus, darüber schrieb ich.

Heute, letzten Freitag, ist die Garnelensuppe „Tom Yam Gung“ von einer so herzzerreißenden Köstlichkeit, dass ich direkt die Bedienung frage: „Was ist los, sie ist heute wirklich umwerfend?“ Sie ist irritiert, denkt einen Moment nach, dann bietet sie mir eine Lösung an. „Mittags kocht hier eine andere Köchin,“ das sei es. Ich beschließe, ihr ausrichten zu lassen: „Gruß in die Küche, es hat mir heute besonders gut geschmeckt, umwerfend.“ – Sie lächelt, ruft ihrer Kollegin ein paar thailändische Wortfetzen rüber, ein bisschen Gekicher und aus der Küche ein fröhliches Lachen. Schön, wenn man gelobt wird.

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134/13: Foto: Herrentoilette mit Hofblick, Restaurant Thai Elephant

Herrentoilette mit Hofblick, Restaurant Thai Elephant

Herrentoilette mit Hofblick, Restaurant Thai Elephant

„Das Fenster zum Hof“ ist ein berühmter Filmtitel. So nenne ich auch dieses bedeutungslose Foto, angefertigt mit dem iPhone, in einer nichtöffentlichen Sitzung meines Leibgerichts. Das höchste Gericht der mehreren Instanzenzüge im Prozessverfahren guten Essens ist das Leib- und Magengericht: hier im Thai-Elephant habe ich schon mehrere Instanzenzüge gerichtlich gewonnen.

Ich hab mich schon so oft mit diesem Restaurant beschäftigt, aber noch nie mit dem illustren Hofblick, den man männlicherweise erhält, indem man sich etwas nachdenklich zu einer nichtöffentlichen Sitzung hierhin zurückzieht. Früher klebte auf der Herrentoilette vorn im Vorraum bei den PP-Becken ein Sticker, der „im Interesse der Sicherheit die Video-Überwachung“ einverständlich ankündigte. Das war nur ein Witz. Der Aufkleber hängt noch da, bzw. das, was von ihm übrig geblieben ist, nachdem er zuerst im Internet (meinerseits) Beachtung fand und dann abgerissen wurde. Ist doch eigentlich witzig gewesen. Na ja, der Blick durch „Das Fenster zum Hof“ ist jedenfalls nicht minder schön und das Foto zeigt das. Im Gastraum vorn zur Fasanenstr. brummt der Laden jeden Tag um die Mittagszeit. Ich hab wohl zu viel gutes über den Laden geschrieben. Ich bin allerdings nicht bereit, auch nur etwas davon zurück zu nehmen. Nicht einmal dieses schöne Foto.

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