Serie: Entrecôte

299/16: Serie: Entrecôte

Wer fotografiert, muss Lust haben hinzuschauen. Den Blick genau auf das Objekt zu richten. Sonst entgehen einem die Details. Im Falle von Fleisch gilt der Rohzustand so interessant wie der Endzustand beim Verzehr. Das rohe Fleisch ist blutrot und mehr oder weniger marmoriert und gibt Saft aus oder ist hundstrocken. Beim Garen ist der Garpunkt von Bedeutung: Wie lange das Fleisch im Anbratvorgang verblieb, hat Auswirkungen auf den Verzehrzustand.

Draußen etwas krustige Textur, gibt es gen rosa und schließlich gegen Blutrot hin tendierenden Zustand im Innern. Hier kann der so genannte Gabelbiss als Anschnittfoto dem Interesse des Betrachters gerecht werden. Man sieht, ob jemand Fleisch angebraten hat, der etwas wertschätzt daran oder ob jemand schlichtweg einen in die Pfanne gehauen hat und sich nicht weiter darum kümmerte.

Hinzuschauen, genauer, ist eine Aufgabe desjenigen, der Fleisch schätzt und es möglichst nicht allzu häufig in großen Mengen verzehrt, wo es aus Massentierhaltung kommt. Umgekehrt wird ein Schuh draus, also eine Schuhsohle. Wenn es lange drinbleibt, aus Massentierhaltung stammt, Wasser austritt, weil das Fleisch ungünstig heranwuchs und am Ende zäh wie Leder ist. Das ist bei dem gezeigten Stück Entrecôte nicht der Fall. Gute Qualität.

Vegetarische Wurst (Potemkinsches Dorf)

293/16: Einkauf: Die Akzeptanz von Rügenwalder Wurstsalat ist wie die Diktatur des Fleischersatz-Proletariats. #Polemik

Eine virtuelle Wutpolemik

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Angst essen Seele. Bei meiner Seele: Auf dieses Ergebnis habe ich redlich gewartet. Es bestätigt: die Industrie lügt den Vegetariern was vor über die Qualität vegetarischer Ersatzprodukte. Was Fleisch nicht besser macht, sondern ad absurdum führt, sich vollvegane Leberwurst zu kaufen. Pfui deibel. Es bleibt dabei: fertig konfektionierte Lebensmittel sind besonders in diesem Marktsegment schlicht bullshit. Oder sehr viel kürzer: Die Akzeptanz von Rügenwalder Wurstsalat ist wie die Diktatur des Fleischersatz-Proletariats. #Resümees

Das hat uns gerade noch gefehlt.

Die Menschheit spaltet sich gerade in den Ballungsräumen der Welt. Einer davon ist das soziale Netzwerk.

„Nazi, Nazi,“ rufen sie oder „Du Leichentierfresser.“ Es wird vereinfacht, nicht mehr zugehört, gegeneinander krakeelt. Dahinter steckt die um sich greifende Vereinsamung im digitalen Orbit.

Und es gibt Attila Hildmann, den Vorzeige-Veganer. Schlank, gut gebaut, erfolgreich mit Kochbüchern und Nahrungsmittelkunde, zeigt Hildmann den Deutschen ihre Essgewohnheiten auf und berät für den totalen Fleisch- und Tierproduktverzicht.

Was Hildmann gut kann? In erster Linie Marketing.

Das ruft die Neider auf den Plan.

„Er fährt Porsche und trägt Schuhe aus Leder,“ finden welche.

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