Serie: Kaffeerrösterei, Charlottenburg

314/16: Gastritik: Brotkrumen bleibt Brotkrumen, Brotkanten, krokantes, mokantes Brotkorngekörb never really disturb.

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Brotkrumen bleibt Brotkrumen, Brotkanten, krokantes, mokantes Brotkorngekörb never really disturb.

Ich als Mensch kann nicht immer lauter so Sachen schreiben, als bestände das Leben aus Rezension. Bin weder reich, noch Ranicki. Bewertung, Abwertung, Aufwertung sind Schuhe verschiedener Schuhträger wie Sandaletten mit weißen Tennissocken oder Doc Martins mit Stahlkappen. Ich verreiße Orte nicht, bleibe ihnen gewogen. Wenn sie Charme haben. Sind sie schlecht, schreibe ich gar nichts über sie. Das haben sie nun davon. Aber deswegen liest Du nun doch was. Ist einfach.

Was meinen Besuch am Freitagmorgen des 30. September in der Kaffeerösterei angeht, so handelte es sich um einen gewieften Tipp der Charlottenburger Kiezgröße Olaf Maske, der Am Bahnhof Westend 2 ein hoch- und branchenweit sehr geachtetes Spezialgeschäft für Audio-, Licht- und Veranstaltungstechnik à la bonne heure betreibt. Ich weiß im Grunde Bescheid, wo ich frühstücken gehen kann am Puls der Charlottenburger Kiezlunge. Für diesen einen speziellen Moment, Ende September, weiß ich einzuwenden, im benachbarten Brotgarten gibt es keine Wurst. Ich will Schinken, Salami, am besten luftgetrocknet, und auf jeden Fall ein Frühstücksei. Olaf sagt: „Geh in die Kaffeerösterei, die machen das.“

Ich kannte den Laden nicht, vielleicht ist er neu da. Mann weeß et nich.

Eine Kaffeerösterei, das klingt so ein bisschen wie Osteria, fein, nach was Besserem. Keine Trinkhalle oder Stulle mit Brot. Mit klaren Kanten. Brot gibt es auch. Mir gefällt nicht, aber ich vergaß meinem absoluten Bediener ggü. zu erwähnen: Lieber kein Schwarzbrot, wie Pumpernickel, so körnern. Es ist in der Überschrift dieser Rezension.

Draufgelegt sind auf mein mediterranes Frühstück Dinge, die ich mag. Eine Art Fenchelsalami, italienisch. Ein hübsch anzusehender, saftiger Schinken. Ein grünes Pesto. Zerfledderter Käse. Der Laden ist wie das Frühstücksbesteck klasse gemacht. Übersichtlich, stilecht und beeindruckend. Das Kaffeeröst-Ungeheuer steht ungeheuer präsent hier mitten im Raum. Eine große Entlüftungsanlage ist angeschlossen. Das wäre Folter, hier zu wohnen: Ein Kaffeewrasen, eine Blume vom Geruch frisch gerösteter Kaffeebohnen, ich würde bestimmt wahnsinnig werden. Und Junkie. Smells like Team Spirit. Oder Prince: “You’re so good, Baby, there ain’t nobody better. So you should never ever go by the letter, you’re so cool, everything you do is success. Make the rules, then break them all ‚cos you are the best, yes you are Cream, get on top:” ♪♫♪♫♪ Gott bewahre Prince. Und mir all meine Erinnerungen.

Wahrscheinlicher ist, sie haben einen Aktivkohlefilter. Mist.

Das Brötchen ist knackig frisch, immer wieder stiebeln ein paar Kunden hinein, es gibt einen Tresenverkauf. Der Laden ist maskulin. Lauter schöne Männer hier, keiner ist zu dick, niemand zu unrasiert und keiner auffällig farbenfroh gekleidet. So geht Understatement.
Nein, der ganze Laden ist saumselig, wie geschaffen zum saumseligen Verbleib, zum Nachhängen mit Gedanken an den letzten Abend oder als Rüstzeug und Eröffnungsrunde, um einen erfolgreichen Tag krachen zu lassen. Die dezenten Männer, die immer noch mal nachfragen, ob alles recht war? Richtig.

Ich komme hier auf jeden Fall noch einmal wieder.

Für das zu hartgekochte Ei aus Gründen gibt es einen Punktabzug von einem Stern und nachrichtlich ist auch das zweite, noch nachbestellte Frühstücksei zu hart gewesen. Ich hätte mir da die gekochte genaue Mitte zwischen „hart“ und „noch weich“ gewünscht, wo am Rand das Eigelb schon so´n bisschen angecruncht ist, also eine Tendenz zum harten zeigt. Man kann nicht alles haben. Summse summarum habe ich fünf Sterne vergeben. Mehr bin ich nicht bereit zu gewähren.

Weiter so. Und danke für diesen guten Morgen.

(Dieser Artikel erschien zeitgleich auf yelp.de)

#Himbeeren

313/16: Foto: Himbeeren

#Himbeeren

#Himbeeren

Beim Versuch, diesen kurzen Artikel anschließend zutreffend zu verschlagworten, treibt mir der Vorschlagemodus meines Blogs Schabernack. Früchte, das kam bislang hier noch nicht vor, finde ich heraus. Also addiert das Tag „Früchte“ sich seltsam immer wieder auf Meeresfrüchte. Einen Moment denke ich, ich sollte die Himbeeren als Mehresfrüchte verschlagworten, doch dann gebe ich den Gedanken wieder auf. Zu skurril. Das kann sich ja keine Sau merken. Wenn’s auch stimmt.

Ich trieb mich gestern kurz auf der Kaiserin-Augusta-Alle an der Bezirksgrenze zu Charlottenburg herum, ich erinnere, es war Hausnummer 90. Dort gibt es einen Gemüse- und Obstladen, der auch asiatische Lebensmittel führen will.

Die überzeugten mich kurz gesagt nicht sehr, als ich dort anhielt, um interessehalber das Warenportfolio zu inspizieren.

Die Preisauszeichnungspflicht hat mich allerdings etwas überrumpelt. Da standen so Körbchen voll mit gutgeratenen Himbeeren und ich befand, sie seien es würdig, gekauft zu werden. Für 1,59 € groß ausgepreist, suchte ich 1,59 € zusammen. Um beim Bezahlen schließlich 4,- € hinzublättern. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil: Der Preis zeichnete den 100 g-Preis aus, und die Schale enthielt deutlich mehr als 100 g. Machte aber nichts: Ich genoss sie sehr, stante pede, auf dem Bürgersteig.

Später tauschten einige via Facebook meine Erfahrungen mit mir und befanden: Himbeeren sind gut. Him oder her? I love her, das weiß ich seit den beatles. Aber her-Beeren kann man sie nicht nennen und es ist auch nur für Gerüchtetreiber interessant zu hinterfragen, ob Himbeeren eher „him“ oder „her“ gefallen. Im Unterschied zu vielen Männern, die sich kaum was draus machen, verehre ich die Himbeere an und pfirsisch.

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308/16: Idee: Mal wieder griechisch tanzen gehen

Mr. Hai Life, Steglitz

 

Tanzen? Bzw. schwoofen jehn? Ungelebte Bremsfreude. Ungebremste Lebensfreude, Tanzen, Sirtaki, Tsatsiki, und kein Kalaschni. Koff. #Ideen

Die Idee ist einfach und bestechend.

Mal wieder einen schönen Musikabend, schön tanzen.

Mal sehen, was in der Taverna Karagiosis in „Schlottenburg“ (Charlottenburg) los ist? Ouzo gibts aufs Haus.

Oder anderswo.

Handinstrumente sind wichtig, hier ist eins. Von einer anderen Website geliehen. Mit Genehmigung.

Münchener Weißwurst

301/16: Gastritik: Currystation 36 an der Otto-Suhr-Allee 36, Charlottenburg – ein Systemvergleich #Wurstfress

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Weil ich keine negativen Kritiken mehr schreibe, lasse ich das in solchen Fällen. Allerdings verdient der Besuch hier doch Erwähnung. Lehnt sich doch der Name an ein überregional bekannt gewordenes Berliner Wurstvorbild nahe an. Also darf uns das nicht Wurst sein.

(Agentur wurstfress) Auftragsgemäß vermutlicher Leser frage ich beim Besuch gezielt nach: Ich hatte vor einiger Zeit gehört, es gab einen Gerichtsstreit, wenn ich nicht irre, beim Berliner Landgericht. Wurstmaxe gegen Bratmaxe. Es ging aber nicht um die Wurst, sondern um die Pelle. Darf sich ein zweiter hier in Berlin nennen, wie Berlins erster? Ich höre: Curry 36 bezieht sich auf SO 36, Berlin-Kreuzberg, alte Postleitzahlen-Nomenklatur. Currystation 36 bezieht sich auf eine Hausnummer. Das gibt wettbewerbsrechtliche Unterschiede? Überprüft habe ich den Thekentalk nicht. Und auch das ist unüberprüft: Hieß die Currystation im Zeitpunkt des Rechtsstreits auch Curry 36 und deswegen?

Dann wäre die Namensänderung doch durch juristischen Streit entstanden.

Dies alles hat aber mit der Currywurst an und für sich wenig zu tun, um die es mir geht, wenn ich Hunger habe zu speisen unterwegs. Ich gebe aber zu, dass genau dies meine Beweggründe waren, hier anzuhalten. Ich wurde zufällig drauf aufmerksam, weil ich ja immer mit etwas Abneigung auf diese Straßenecke gucke: Gegenüber ist das Scientologen-Berlingebäude.

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297/16: Schwoofen jehn: Am Stuttgarter Platz in Berlin-Charlottenburg

button_Gastritik (auf yelp: Beitrag des Tages vom 03.07.16)

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Jazzkonzert an einem unüblichen Ort: Im Gasthaus Leonhardt findet ein kleines Jazzkonzert statt. Beobachtungen…

Man tut dem Stuttgarter Platz Unrecht, indem man ihn auf Erinnerungen reduziert. War hier früher eine der Rotlichtmeilen Berlins, scheint dieselbe inzwischen weitgehend verdrängt. Rotlicht noch im Hinterzimmer. An der Straßenfront zur Windscheidstr. hin ist das Ambiente groß- und bildungsbürgerlich und man sagt den Vorbeiflanierenden, soweit sie Anwohner sind, tatsächlich ein gesichertes Realeinkommen nach. Norbert ist so einer. Er hat sich im Gasthaus Leonhardt niedergelassen, um am Abend noch einen Wein zu trinken.

Im Leonhardt findet am Samstagabend ein Jazzkonzert im kleinen Rahmen statt. Das ist an diesem Ort ungewöhnlich. Gewöhnlich ist die Rolle der Jazzmusik an und für sich. Helge Schneider hat das ambivalente Leben des Jazzmusikers in dem Film Der frühe Vogel fängt den Wurm hinreichend beschrieben. Tagsüber ist Helge Fischverkäufer und am Abend tritt er im einzigen vorhandenen Jazzclub auf. Es ist ein Zuschauer da und ob er zahlen musste oder gar auf der Gästeliste der Band steht, erfährt man nicht genau. Es tut im Grunde genommen auch nichts zur Sache. Nur dass der einzige Zuschauer immer recht schnell müde ist und einschläft. So geht der Jazz des Lebens.

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Serie: Thai Elephant, Berlin-Charlottenburg

286/15: Foto: Restaurant Thai Elephant, Berlin-Charlottenburg

Ceviche @GLH, Berlin-Charlottenburg

217/14: Gastrokritik: Das „Glaube Liebe Hoffnung“ in der Neufertstr. in Berlin-Charlottenburg

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Ich glaubte schon länger an die Macht großartiger peruanischer Fischgerichte, wenn sie in Berlin frisch zubereitet werden. Wenn sich Gerichte wie diese in der Größe als „skalierbar“ herausstellen und was wir die Stammwürze des Gerichts nennen, die nach oben hin offene Scoville-Scala verhandelbar ist.

Die firmeneigene Suchtmaschine von plazaa.de gibt jedoch bestürzende Werte aus, während ich hier herumsuche.

Ich suchte (in der Suchtmaschine) erst kürzlich, soeben, nach „Glaube Liebe (und) Hoffnung“ und ich bekam? Nichts. Deine Suche nach: Glaube Liebe Hoffnung ergab 0 Resultate. Das war eben, kurz bevor ich den kühnen Entschluss fasste, eine Art öffentliches Glaubensbekenntnis zu verfassen.

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