234/14: Gastritik: Das Restaurant „Alter Fritz“ in Rheinsberg ist ein ausgesprochen langweiliger Ort

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Weitere Konzentration beim Geschäft mit „user generated content“: Im Kampf um die Vorherrschaft von Bewertungsportalen ging qype an Yelp. Jüngst ist zu hören, das weitere Portal restaurant-kritik.de ginge ebenfalls in Yelp, unter? Wo bleibt denn da der „regionale Unterschied“ im mainstream der Bewertungen? Richtig: Momentan laboriert man auf plazaa.de noch herum, in der löblichen Absicht, etwas Unabhängiges weiter zu betreiben. Das hat mich veranlasst, eine weitere Rezension über ein Restaurant, „das sich lohnt“ zu verfassen. Über den „Alten Fritz“ in Rheinsberg, eins meiner absoluten Lieblingsrestaurants.

Seit ich weiß, Bewertungsportale sind endlich, gibt es dieses doppelte Lottchen, das Veröffentlichen von Rezensionen und das Speichern einer Kopie derartiger Rezensionen im persönlichen backup meines Lebens. Also hier. Der nachfolgende Artikel erschien auf plazaa.de

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161/13: Fotogalerie: „Alter Fritz“, Rheinsberg

Der Alte Fritz hielt nicht Maulaffen feil, sondern Maulbeeren. Er importierte die Bäume nach Deutschland. Seide sollte hergestellt werden, vom Seidenspinner. Der Geschichtenspinner erzählt solche Geschichten. Wir aber lenken nicht ab und weisen stattdessen lieber auf ein großartiges Restaurant in Rheinsberg hin, den „Alten Fritz“. Aufmerksamkeit, Herrschaften!

So alt ist Fritz gar nicht. Er heißt nicht mal so. Das Lokal heißt so, nach seinem berühmten Vorbild. In der Küche steht Sohnematz und heißt zwar nicht „1A“, kocht aber so. Am Tresen und beim Gast am Tisch stehen „Muttern“ und „Vaddah“ und parlieren „1A“ mit den Gästen: Kurzweilig, nett, immer eine kleine Geschichte auf den Lippen. Wer beherrscht heute noch die Kunst der „kurzweiligen Konversation“?

Wer wiederkommt, bekommt Erinnerungsbienchen und wird mit Handschlag begrüßt. Niemand hat sich hier negativ ausgelassen, ausgelassen wird hier allenfalls die Butter zum Spargel. Eigentlich ist braune Butter zum Spargel unpassend. Nein, die Gerichte haben hier immer einen ganz eigenen Dreh, den gekonnten „touch“, der irgendwie einen Hauch anders daherkommt. Der Kopf macht „Aaahhh“ und „Ohhhh“, hier.

Irgendwie wilde, deutsche, junge, überwältigende Küche. Wer mal in Rheinsberg nach dem Glück sucht, findet es hier, direkt unter der Überschrift, die selbiges verspricht, am Haupteingang des Lokals. Ganz große Küche, unbedingt mal hingehen. Großartig. Was ich bereits über diesen Laden schrub auf qype, habe ich hier verlinkt.