73.12: Gastritik: Das Tuk Tuk in der Großgörschenstr. in Berlin-Schöneberg hat Indonesienküche „at it´s best“ zu bieten

Innenansicht vom Restaurant Tuk Tuk, Berlin-Schöneberg

Innenansicht vom Restaurant Tuk Tuk, Berlin-Schöneberg

Gerade habe ich aus gegebenem Anlass nochmal nachgeschaut und denke, Donner, nichts von mir. Nun bin ich kein Flusspferd und markiere demzufolge auch nicht die Gastro-Landschaft Berlin-Brandenburgs nahezu flächendeckend. Ich versuche, mit meinen Kritiken Kontrapunkte zum Schnellrezensionssumpf in Qypeland zu setzen. Etwas hinzufügen, was andere noch nicht geschrieben haben.

Eier in Vorbereitung für indonesische Zubereitung

Eier in Vorbereitung für indonesische Zubereitung

Das fällt mir hier ehrlich gesagt schwer. Das Restaurant wird von denjenigen, die nachhaltig denken können, als gutes, ehrliches und als Restaurant mit einem „Alleinstellungsmerkmal“ besetzt bzw. bewertet. So ist es auch richtig: Denn ein Restaurant wie das Tuk Tuk gibt es in Berlin nirgends woanders noch.

In einer länger andauernden Phase meines Lebens, die ich zeitlich so zwischen 1991 und heute einordne, orientierte ich mich sehr stark in Richtung „asiatische Küche“. Lange bevor ich mich entschloss, der thailändischen als Lieblingsküche meinerseits zu huldigen, entdeckte ich bereits das Tuk Tuk mit seiner, für meine Begriffe wegweisenden, leckeren, stimmigen und profunden Küche. Ich ließ kaum Gelegenheiten aus, die Qualität dieser Küche gegen zu checken. Dazu benützte ich sogar holländische Gastronomie. Die Holländer haben eine starke, geschichtliche Bindung an Indonesien und in Holland leben nicht wenige, sondern sehr viele Indonesier. Mit allem drum und dran der indonesischen Küche.

Das Tuk Tuk hat eine kurz gesagt ellenlange Geschichte, es hat sich bewährt und es ist ein Aufruf an die Vorstellung, dass gute Gastronomie länger währt und über den Tag hinaus dauert. Die Sauerscharfsuppe auf indonesische Art beispielsweise ist nicht weniger als „der Hammer“. Sie gehört zu meinem Pflicht- bzw. Kürprogramm und eröffnet stets die lange Nacht der gastronomischen Tafel meinerseits. Dann esse ich sehr gern eine große Reistafel mit allem, was dazu gehört. Ich finde, Elisabeth Binder vom Tagesspiegel hat am 21. Oktober 2002 einen sehr treffenden Artikel im Tagesspiegel geschrieben, den ich hier als Zeitzeuge unten verlinke.

Mich tragen weder persönliche Erinnerungen an Indonesien, noch habe ich je Orang Utan essen wollen oder Borneo in Betracht gezogen. Ich war auch nie auf Bali und bin froh, gerade deswegen dieses höllische Attentat von anno dunnemals überlebt zu haben. So wie das Tuk Tuk bin auch ich gern ein felsenfester Fels in der gastronomischen Brandung und huldige dem Besten, das das Gute für gewöhnlich weit übertrifft. Für mich ist das Tuk Tuk das einzige indonesische Restaurant, in das ich bedenkenlos immer gehen kann und werde. Vielleicht trifft man mich dort schon recht bald wieder an. Denn seit ich die Thaiküche so liebe, wie ich es aktuell tue, fehlt mir das Tuk Tuk auf meiner regelmäßigen Gastro-Liste. In meinen Browsern ist das Tuk Tuk pop-up-resistent, weil gediegen, fest eingemeindet, warm eingebettet in meinem Herzen und ich werde ihm immer dankbar sein für viele, schöne Erinnerungen erstklassiger Art.

So, nun habe ich genügend gelobhudelt. Wenn ich genau rechne, bin ich seit weit mehr als zwanzig Jahren dort Kunde, in den letzten Jahren viel zu selten.

Linklotse

(Dieser Artikel erschien am 19.11.12 erstmals auf qype)

 (EP)

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