Restaurant Sisaket, Dirksenstr., Mitte #Serie #2016

304/16: Gastritik: Zum Umzug des Restaurants Sisaket aus der Mauerstr. in die Dircksenstr. nach Berlin-Mitte #thai

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Bloggwart, Selfie #Prisma

Der Weg führt von Wilmersdorf Richtung Berlin-Mitte. Ich bin nach dem Umzug eines der besten Thailänder in Berlin hart ergebnisorientiert. In der Stadt ist am Freitag tagsüber eine Affenhitze und die Straßen sind verstopft. Mehrere Umleitungen führen mich am Reichstag entlang zur Dircksenstr. in Berlin-Mitte, wohin das Restaurant jetzt umgezogen ist.

In der Mauerstr. ist das Sisaket nach mehr als 10 äußerst erfolgreichen Jahren nicht mehr. Hintergrund sind kühne Mieterhöhungen und Umwandlungsdruck. Ein gewerbliches Teileigentum soll Höchstpreise erzielen. Kaum jemand gastronomisch arbeitender Mensch mag derart viel Kapital binden, allein für die Idee, als Platzhirsch um Gäste zu brunfen.

Jetzt hier in der Dircksenstr. ist der Bürgersteig eine Flaniermeile mit Fußläufigkeit zur Oranienburger, am Hackeschen Markt. Dort ist was los. Nur 200 m Fußweg weiter Richtung Gernsehturm (Telespargel) ist Tuans Hütte. Es gehört wie das Sisaket zur selben Eigentümerin, über die ich unter dem Platz Mauerstr. schon schrieb.

Reichstag Berlin #Prisma

Es besteht eine Tendenz zur Realitätsverfremdung seit kurzem, was den schnellen Schnappschuss mit dem Handy angeht. Die Tendenz ist eine Mode, so wie Pokemon Go-Apps bricht sich derzeit die App Prisma (nur für iPhone) Bahn. Datenschutzkritiker kritteln an ihr herum, aber den Nutzern macht die App viel Spaß. Ein paar Ergebnisse sind die zwei Fotos oberhalb dieses Textes.

Hier und heute finden wir im Erstbesuch der Lukullusluststätte eine Atmosphäre vollkommenen Grüns an den Wänden, vorn stehen zwei Holzelefanten mit Goldbesatz. Auf Nachfrage von mir beim Personal wird ehrlich freundlich geantwortet. Keine Ausflüchte. Es hat sich noch nicht alles richtig eingespielt. Die Speisekarte wird in den nächsten Wochen noch gründlich redigiert, sagt man mir. Es gab ein Lieblingsgericht mit Garnelen für viel 24,- € und einer zum Sterben zu guten geheimen Sauce, für die man sich verpflichten würde, den Telespargel zu schälen. Das hat hier noch keine Reinkarnation gefunden. Genau deswegen schreibe ich davon: Was mutt dat mutt. Sischer dat.

Das georderte Essen zu zweit besteht aus drei Gerichten: Yam Nuea, Thailands Rindfleischsalat, ein Rindfleischgericht mit Gemüse und ein keramischer Feuertopf mit Barbarieente (rosa) in rotem Curry. Alle drei Gerichte teilen wir uns zu zweit, es ist nicht ganz landesuntypisch so, wie Thais Essen praktizieren. Alles schmeckt frisch, nuanciert und ausgewogen, nicht zu scharf, mit feiner Fruchtsäure von Zitrus (Limetten), Zitronenblättern und kokosnussiger Cremigkeit. Creme de la Creme ist das Curry frisch zubereitet und nicht von Geschmacksverstärkern aus dem industriellen Großhandel durchzogen, diese Fertigpasten mit Durstweckung, die man so hasst.

Ich fasse mich jetzt kurz. Das Sisaket gehörte anderen Orts zur Berliner Thaiküchenspitze. Wenn nichts anbrennt, wird das auch hier so bleiben. Ich erwähne auch fruchtige Anteile von Weintrauben und Litschis. Ich bin sehr gespannt, ob die Chefin mein Lieblingsgericht (siehe oben) wieder reinnimmt und wünsche mir beim nächsten Besuch eine Literatur, die Kopfkino auslöst und die Speisekarte zu einem Tempel großartiger Entscheidungen macht.

Es ist mein Prinzip Hoffnung, weil ich das Restaurant seit Jahren kenne und mir im Grunde wünsche, es wäre eine Art Mindestmesslatte für gutes Thai Cooking in Berlin. Abwarten, Ingwertee mit Limette trinken. Und gegen Nullachtfuffzehn-Gastronomie anstinken.

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