264/15: Positionen: Von „Flotten Bienen“, coolen Käferinnen und dergleichen in der Gastronomie #No-Go

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Flotte.Biene_Weltwissen

Mir stößt unangenehm auf, dass man mir eine “Flotte Biene” von Langnese, dieser Quetschehonig aus dem Supermarkt, reicht. In Sehnsucht, ein bisschen ins Reich der sinnlichen Gelüste entführt werden zu wollen, ein krasser Stilfehler. Man gibt einem Gast im Asia-Restaurant keine Quetsche “Flotte Biene”. Ich nenne es den asiatischen Atmosphärenkiller Numero Eins. Ich erwarte ein kleines, reinweißes, chinesisches Porzellan, von mir aus mit Lotusblütenblätterzeichnungen drauf, es muss exotisch sein. Ist schließlich kein Mucosolvan. (Artikel unten verlinkt)

Die Sache ist alles andere als leichterdings und verdient wirklich mehr Beachtung. Die Biene tötet die Erotik vermeintlicher Exotik.

Wahrscheinlich haben es die betroffenen Gastronomen schlicht überlesen, geschrieben habe ich es allerdings schon mal. Das Foto hier oben ist neu und wurde gestern Abend in Berlin-Zehlendorf in einem Thai-Restaurant aufgenommen. Es belegt: Überall im Einflussbereich von Langnese besteht akute Wiederholungsgefahr. Weil´s so schön praktisch ist. Ein geschickter Marketingfeldzug der Honignesen. Und ja, es ist bekannt, dass uns die Asiaten gern „Longnoses“ nennen, Langnasen. Asiaten aufgepasst: Eben nicht Langnesen!

Ist das jetzt ein für allemal klar. Stil ist nicht das Ende des Besens. Für mich steht fest: Schon bald werden wir Langnese-Honig nicht mehr in der Squeezo-Packung (mit Preis dran), sondern „siehe oben“, stilgerecht, asiatisch und einen Hauch mondänen Luxus und fernöstliche Exotik ausstrahlend bekommen. Gebt Euch Mühe: Sonst ist die Atmo futsch.

Ein Gedanke zu „264/15: Positionen: Von „Flotten Bienen“, coolen Käferinnen und dergleichen in der Gastronomie #No-Go

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