Bilderserie: Ashantika, Berlin-Steglitz

241/14: Gastrokritik: Vom indischen Essen gehen, Ashantika + der Kraft der Gewürze

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Das Foto von Ashantika ist verschwommen und absichtlich ausgewählt. Es geht darum, nicht Bilder zu zeigen, die Menschen klar erkennbar zeigen, ohne sie oder ihre Eltern gefragt zu haben. Ich bitte um Verständnis.

Den indischen Namen Ashantika trägt ein kleines, wieselgleiches, freches, süßes Mädchen (6 Jahre alt) mit einer großen Zahnlücke. Die zwei vorderen sind raus, Zahnloseminka, Übergang von den Milch- bzw. Lassizähnen (süß oder salzig, je nach Wahl). Ashantika wieselt herum.

Ich, so gerührter Vater aus eigener Erfahrung, finde sie großartig. Ein Herzchen, die Kleine. „Wo ist denn Deine Mama?“ frage ich sie und als ihr klar ist, von wem ich rede, sagt sie wie aus der Pistole geschossen: „Das ist nicht meine Mama.“ Och. Daneben.

Die Kraft der indischen Gewürze macht ein Gericht von noch so großer Einfachheit zu einem überwältigenden Geschmackserlebnis. Gewürze sind das i-Tüpfelchen guter Küche.

Die ihre Mama nicht ist, ist in Wirklichkeit eine indische Bedienerin hier, eine Angestellte des Restaurants. Ich frage Ashantika, welche Rolle die indische Bedienerin in ihrem Leben spielt?

Sie sagt: „Sie ist meine Freundin.“ Nun ja, die Bedienerin ist sagen wir zweiundvierzig oder -verzeih- jünger, indischer Herkunft und fleißig. Sie managt hier die Gastraumhölle. Zwei große Räumlichkeiten, eine vorn zur Straße hin, die ist deutlicher belebt. Und den hinteren Gastraum, in dem wir erst einmal Platz nehmen, hier ist man besser unter sich. Mit brüllenden Farben.

Orange herrscht auf der Oberwand warm vor und ein kräftiges Pink am Paneel.

Zwei indische Standaschenbecher, kunstvoll verziert, stehen als symbolische Ornamentik im Raum herum. Sie sind nicht zu benutzen, denn geraucht werden darf hier nicht. Wir sinnieren kurz darüber herum, dass so was früher schick war. Heute würde man sich indischen Tand nicht ohne weiteres in die Wohnung stellen. Das ist vorbei.

Hier ist es schick anzusehen.

Die Speisekarte ist die Tageskarte, eingelegt in die konventionelle Gesamtkarte. Die Gerichte sind äußerst preiswert.  Ob sie dafür wenigstens schmecken?

Wir sind auf dem Durchweg hier. In der Bornstr., der direkt nördlich an das Forum Steglitz angrenzenden Seitenstraße auf dem Weg zum Parkhaus im Forum erwartet der Gastrointeressent fürwahr nichts Besonderes. Schneller Happen.

Bilderserie: Ashantika, Berlin-Steglitz

Bilderserie: Ashantika, Berlin-Steglitz

Im Forum Steglitz gibt es eine „anerkannte + professionelle Personenschutzausbildung“, wie das abgebildete Werbetransparent zeigt – „Zertifizierte Ausbildung“, auch durch die Bundesagentur für Arbeit gefördert, sagt die Werbung. Vor allem der „Therorie“ und dem Waffentraining, aber auch dem Gruppeneinsatz und dem Unterricht bemisst das Ausbildungsprogramm großen Wert bei. #Druckfehlerteufel

Ich ordere ein schnelles Chicken Vindaloo (lt Speisekarte scharf). Das ist es allerdings nicht, sondern nur gut gewürzt. Schmeckt aber. Nichts auszusetzen.

„Indische Gerichte dauern ein bisschen“, sagt unsere Bedieninderin (siehe oben), als ich sie frage, wann wir damit rechnen können? Wir haben es eilig. Meine Mitesserin bestellt Sabzi Biranyi, ein gemüsiges Reisgericht mit Zwiebeln, Ingwer und Basmatireis. Dazu gibt es grünen Tee.

Alles in allem schmeckt es hier. Wir sind nach der Bestellung von hinten (vor der Küche) nach vorn (an die Straße) umgezogen. Hinten war es einen Tick zu warm und der Küchenwrasen stand gestochen im Gastraum. Nicht auszuhalten.

Vorne ist es angenehmer und man hat einen Blick auf die Straße. Vorn am Empfangs- und Gasttresen steht ein rundes Tablett mit ordentlich hübsch beschrifteten indischen Gewürze, darunter Cumin (Kreuzkümmel) und Cardamon. Wie als Anschauungsunterricht am Töpfchen.

Dass Ashantika die Namenspatronin des gesamten Lokals ist, die sechsjährige Tochter des Inhabers, mit derzeitiger Zahnung, habe ich erst ganz zum Schluss herausgekommen. Sie hatte nun genügend Zutrauen zu mir gefasst, um mir das noch kurz zu erläutern. Ich hab es dankbar aufgenommen und dem Chef, dem Vater, am Ende kurz zugezwinkert und ihm gratuliert: Zu dieser großartigen Idee.

Mir hat der Laden sehr gut gefallen. Die Rechnung ist mehr als berechtigt, geradezu preiswert und das Essen hat gut geschmeckt. Ich freue mich im Unterschied zu all den Hirnlosen, die gerade in Dresden die Überfremdung und schleichende Islamisierung Deutschlands befürchten, wie ein Schneekönig über diese ganzen ausländischen Anreize, besser und vielfältiger zu leben. Pardon, eine kleine Korrektur: Wie ein Buddha freue ich mich, latürnich.

Meine Bewertung auf yelp fällt bestmöglich aus:  5.Sterne.Bewertung

Ich wünsche dem Lokal eine Erfolgsgeschichte. Ganz so, wie ich der kleinen Ashantika ein Deutschland wünsche, indem sie sich rundum wohl fühlt, in dem sie Menschen vertrauen kann, indem sie eine tolle, erfolgreiche Zukunft hat, dieser kleine Sonnenschein.

(Dieser Beitrag erscheint auch auf yelp)

 

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