Restaurant "Golden Thai", Wedding

236/14: Gastritik: Vom Golden Thai, dritten Hinterhöfen, Big Mama und dem unerwarteten Ganzen!

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Restaurant "Golden Thai", Wedding

Restaurant „Golden Thai“, Wedding

Da lass Dich ruhig nieder.
Wenn ich es sag,
blüht hier der Flieder.

Oder die essbare Orchidee. Ich bin mit Stephan just around the corner, denn Stephan arbeitet im roten Arbeiterbezirk Wedding an der Osloer Str./Ecke Prinzenallee an der „Entwicklung von Dingen“. Wir haben uns spontan zusammen gerauft, denn wir sehen uns zu selten, weil er woanders wohnt als ich. Dass ich die App von YELP dann benutze, wenn ich nicht ortskundig genug bin, hilft mir zuweilen, geeignete Fressstätten zu finden, solche, die man sonst eigentlich nicht findet. App Solutions, zu deutsch „appsolut“.


Guerillacam via „Socialcam“: Das Kurzvideo zum Restaurantbesuch

So in der Art, wenn Stephan sagt: „Hier in der Nähe? Ganz ehrlich? Ich glaube, hier gibt es überall nur Döner.“ Macht mich bekanntlich nicht schöner.                                                      Mein Brevier ist das thailändische Revier, wofür ich vielleicht als Gastrorezensent schon ein bisschen bekannt bin. Keine Eitelkeit, es ist gewachsen.

Ja, ich liebe sie. Nein, nicht Sie!!! Die „Thailändische Küche“, Menno! – Das sage ich auch unserer Bedienung, einem jungen, deutschsprachigen Italiener mit Flammentatoos auf den Unterarmen. Ein ganz netter, der Kommunikation äußerst kundiger Zeitgesell, der mit einer Thailänderin verheiratet ist. „Du arbeitest auch ein bisschen so aus Überzeugung hier?“, will ich wissen. Nach kurzem Nachdenken seinerseits: „Ja“.

Das Restaurant zu finden, ist schon Glückssache. Oder man hat eine zuverlässige App, die funktionuckelt. Gegenüber war früher das Preussentonstudio von David Heilmann, hier habe ich 1982 drei Songs aufgenommen. Die Ärzte waren auch immer wieder hier, begannen erste Songs „in Studio“ aufzunehmen. Ein paar Häuser weiter habe ich zwei Jahre gewohnt, Anfang der Achtziger, zog dann weg. Ich kennedy Gegend, wie sie mal war.

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Rückblick 1982: Aufnahme aus dem Preussentonstudio Nr. 1 in Wedding-Koloniestr.

Hurts so bad – Mit Mike Kostadinoff, Bert Kunstheim, Torsten Tietz und Robin

Heute ist es da anders. Die Häuser standen schon 1983 hier herum, im sozialen Wohnungsbau. Heute ist hier die Durchfahrt so lang, dass im dritten Hinterhof rechts endlich Leuchtreklame lächelt: „Golden Thai“, wer hätte das gedacht. Dafür gibt es auch Parkplätze auf dem Hof. Drüber ist Big Mama, ein Hotel. Wer hätte das gedacht? Nichts Ähnliches hätte ich hier erwartet. Insofern ist Internet haben hilfreich und APP erst recht. Das Restaurant Golden Thai ist dann gleich so richtig „großes Kino“, wow, wer hätte -auch das- gedacht? Ich jedenfalls nicht.

Um es vorweg zu nehmen: Da werde ich jetzt immer wieder hingehen. Wenn ich im Wedding bin, wo man sonst nichts Vergleichbares isst…

Kleine Abendküche nehmen wir uns vor, es ist 21:30 Uhr, ein Betthupferl. Wir bestellen Vorspeisenplatte für zwei Personen und 9,50 €. Alles gut. Legga. Gute Erdnusssauce. Gutes Tofu, kross ummantelt. Soßen, Saucen und „scharfe Sauce“ auf Bestellung als „Zugabe“ obendrein.

Salattripp am Abend: Ich bestelle mein Thaitestkit: „Yam Nueah“, Rindfleischsalat, ist auf der Speisekarte gekonnt gegen „Lab Nueah“ (Hackfleischalat) abgegrenzt. Letzterer ist für mich stets zweite Wahl, ich bevorzuge Yam statt Lab.

Stephan bestellt Meeresfrüchtesalat. Wir kosten kreuz und quer über den Tisch, tauschen Löffelchen aus. Beide Salate sind exquisit. Vor allem das Gebade in der Sauce, von fruchtiger Säure, angenehmer Schärfe, und was Stephan betrifft, von weitgehender…mir zu scharf, entscheide ich, aber „legga“, doch das sagte ich ja schon.

Dazu trinken wir antialkoholisch, aber eventuell alkalisch: Ingwertee mit Limetten, jeder zwei trübe Tassen. Am Ende macht die handgeschriebene Rechnung 36,- € und das ist nicht zu viel für ein gutes Abendessen zu zweit. „Bitte bezahlen Sie in bar“ haben die kleinen Tischaufsteller rechtzeitig bei Betreten des Restaurants gewarnt, ist also nichts mit Plastikgeld.

Dafür hat es äußerst gut geschmeckt und wenn ich jetzt an den Wedding denke und wo kannst Du denn hier essen, weiß ich: Im Golden Thai würde ich stets wieder gern einkehren. Das verspreche ich auch „meinem kleinen Italiener“ (das ist der mit der Thaifrau) und bedanke mich artig. Wir verlassen das Golden Thai mit saumseligen, guten Gedanken.

Danke, kob kuhn kra wehl kra wehl…oder wie man das sagt.

(Dieser Beitrag erschien auch auf yelp.com)

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