235/14: Essen gehen: Über das Glücklich sein über die richtige Köchin

Tom.Yam.Gung

„Wenn ich wüsste, wie Glücklichsein geht, wäre ich es damals gewesen. Und möglicherweise sogar noch heute.“ – Helmut Dietl

Freitag gehört dem gepflegten Essen mit Patric in Berlin an der Fasanenstr., gegenüber die Jüdische Gemeinde. Dort habe ich früher einmal gesessen am „Tag der Opfer der Shoa“. Durch Vorlesen der Namen jüdischer Deportierter gedacht, darunter viele, die in Albert Speers Wohnungsbeschaffungsprogramm für die Führungselite der Nationalsozialisten ausgebürgert worden gen Osten, von wo sie nie wieder kamen. Seelen sammeln, um Menschen zu verstreuen auf Feldern. Das Hotel Kempinski steht hier und gehört ganz Verstreuten in allen Winkeln der Welt. Die thailändische Königsfamilie hatte auch Aktien vom Haus, darüber schrieb ich.

Heute, letzten Freitag, ist die Garnelensuppe „Tom Yam Gung“ von einer so herzzerreißenden Köstlichkeit, dass ich direkt die Bedienung frage: „Was ist los, sie ist heute wirklich umwerfend?“ Sie ist irritiert, denkt einen Moment nach, dann bietet sie mir eine Lösung an. „Mittags kocht hier eine andere Köchin,“ das sei es. Ich beschließe, ihr ausrichten zu lassen: „Gruß in die Küche, es hat mir heute besonders gut geschmeckt, umwerfend.“ – Sie lächelt, ruft ihrer Kollegin ein paar thailändische Wortfetzen rüber, ein bisschen Gekicher und aus der Küche ein fröhliches Lachen. Schön, wenn man gelobt wird.

Linklotse

Ein Gedanke zu „235/14: Essen gehen: Über das Glücklich sein über die richtige Köchin

  1. Pingback: 246/15: Fotocollage: Tom Yam Gung – Eine der vornehmsten Suppen Thailands! | gerichtspunkte.de – Rettet das Leibgericht!