Ceviche @GLH, Berlin-Charlottenburg

217/14: Gastrokritik: Das „Glaube Liebe Hoffnung“ in der Neufertstr. in Berlin-Charlottenburg

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Ich glaubte schon länger an die Macht großartiger peruanischer Fischgerichte, wenn sie in Berlin frisch zubereitet werden. Wenn sich Gerichte wie diese in der Größe als „skalierbar“ herausstellen und was wir die Stammwürze des Gerichts nennen, die nach oben hin offene Scoville-Scala verhandelbar ist.

Die firmeneigene Suchtmaschine von plazaa.de gibt jedoch bestürzende Werte aus, während ich hier herumsuche.

Ich suchte (in der Suchtmaschine) erst kürzlich, soeben, nach „Glaube Liebe (und) Hoffnung“ und ich bekam? Nichts. Deine Suche nach: Glaube Liebe Hoffnung ergab 0 Resultate. Das war eben, kurz bevor ich den kühnen Entschluss fasste, eine Art öffentliches Glaubensbekenntnis zu verfassen.

Jetzt funktioniert die Suchtmaschine auf plazaa.de wieder und „Glaube Liebe (und) Hoffnung“ sind feste Meridiane im bürgerlichen Hoffnungsgebälk. Geschafft.

In Berlin-Charlottenburg am Klausener Platz treffe ich Jörg, einen von drei Eigentümern des Lokals, gern auf dem falschen Fuß. Regelmäßig frag ich ihn etwas spitzbübisch: „Na, gipsen schon Ceviche wieder?“ Und wie, als hätte er gerade Anfang April die Flucht nach vorn angetreten, künden jetzt seit kurzem sogar die Printfassungen von regelmäßigen Verzehrmöglichkeiten dieser Art. Dieses Gericht ist für mich das Highlight dieses Ladens und ich bekomme es in Berlin nur an ganz wenigen anderen Stellen.

Ich hoffte, irgendwo eine bessere zu finden. Wie ich es hier bekomme, ist es kaum zu toppen. Schmeckt großartig.

Was ich eingangs erwähnte, sind zwei Fakten, die ich nochmals hervorheben muss: Die Größe der bestellbaren Portion muss maßgeschneidert sein. Meine Tischversion nenne ich gern „XXL“, darunter kann man sich schon was vorstellen. Zweitens spielt die Schärfe eine nicht zu unterschätzende Rolle: Wenn ich scharf bin wie Nachbars Lumpi (alte Berliner Redensart) auf Ceviche, muss Jörg ’s mir besorgen. Den Teller XXL und was die Schärfe betrifft, ein paar mehr rote Biester drauf. Scharfe Chilis müssen drüber, feingehackt.

Ich liebte immer das Bildhafte, das Visuelle. Weil das irgendwie als eine Art autoerotische Bildchengeschichte wahrnehmbar ist, habe ich aussagekräftige Details (so genannte „close ups“) von der „Suppe“ angefertigt. Suppe? Mitnichten, Ihr Ungebildeten.

Fassen wir nochmal kurz zusammen: Berlin ist nicht gänzlich gottlos. Glaube, Liebe, aber auch Hoffnung, haben einen festen Platz am Klausener…..

Ceviche ist keine Suppe und wer derartiges behauptet, hat Kredit in insgesamt Südamerika verspielt und bei mir sowieso. Eine, die das behauptete, führte neulich Abend ein unerfreuliches, monologisierendes Gespräch mit mir. Die Geschichte ist link. Unten.

Verlinkt: Worte wie im Krieg:
http://gesichtspunkte.de/?p=15864

(Dieser Artikel erschien auch auf plazaa.de)

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