Restaurant "New Yquan", Halensee

216/14: Gastrokritik: Das Restaurant New Yquan in der Damaschkestr. in Berlin-Halensee #Vietnam

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Restaurant "New Yquan", Halensee

Restaurant „New Yquan“, Halensee

Am 11. Januar 2014 hat Nhuy Truong Bach dieses Restaurant im Haifischbecken „Kudamm-Seitenstraße Halensee“ in der Damaschkestr. eröffnet. Die Gegend gilt gastronomisch als schwierig. Ein paar Häuser nebenan wohnen als kompliziert geltende, äußerst kritische Bildungsbürger. Und viele nette Menschen. By the way: So eine kleine vietnamesische Perl- bzw. Silberzwiebel wie dieser Laden benötigt ein bisschen Protektion.

Dabei sind alle Anlagen, ein gutes Restaurant zu werden, tatsächlich vorhanden und niemand kann ernstlich behaupten, sie gäben sich nicht redlich Mühe, einen ordentlichen Ruf über die Straßenecke hinaus zu erwerben. Nein, sie geben sich hier sehr viel Mühe. Sie sind freundlich, bemüht, hinterher, machen sich einen Kopf, fragen nach, ob alles gut ist und was mehr wünscht sich der Gast? Richtig: Man erwartet es in so einem kleinen Laden wie diesem erst gar nicht.

Möglicherweise wird sich der Laden daher hier halten.

Restaurant "New Yquan", Halensee

Restaurant „New Yquan“, Halensee

Das Essen ist fix ausprobiert. Zwar soll die Stärke und das Steißbein (pardon, das Standbein) hier die vietnamesische Nudelsuppenschale (die mit Sternanis) sein, vietnamesisch: „Pho“, doch genau dagegen entschließe ich mich, indem ich ein Testesserkit meinerseits bestelle. So ist das mit Testessern, sie nehmen erstens Mitesser mit, wie um sich wechselseitig bestätigen zu können: Ach, ist eigentlich gar nicht so schlecht hier. Und zweitens wechseln sie vom geradewegs empfohlenen „dish“ zu jenem, das etwas abseits von der lukullischen Magistrale angesiedelt ist. So will ich es tun.

Zum ersten haben mir alle Mitesser bestätigt, es wäre hier fein, das eigene Essen, daran wäre nichts herumzubeckmessern. Fein. Meinerseits fügt sich dies Bild zu einem vietnamesischen Kreidekreis zusammen: Nein, alles gut, nichts zu meckern.

Zum zweiten Sachverhalt habe ich die Abseitsfallen der Speisekarte versucht auszuloten. Was ich eigentlich nämlich gar nicht mag, lasse ich mir auftun. Es ist eine Art Nudelgericht mit Hühnerbrustfleisch, Koriander und Erdnüssen, das ganze in einer süßlich-wässrig-klaren Salatsauce, leicht angewärmt.

Und genau: So geht Asien, wer´s mag. Gutes Essen und „ehrliche Preise“ (hat in Berlin früher der Teppichhändler Sabet immer mit rollendem RRR gesagt).

Restaurant "New Yquan", Halensee

Restaurant „New Yquan“, Halensee

Dazu hatte ich Ingwer-Limetten-Tee in der Art, wie ich ihn mag: Handgeschnitzt, ehrlich, reine Produktverwertung von Lebensmitteln, kein convenience.

Alles gut, ich komm hier wieder her, wenn ich kann und Hunger habe. Eine meiner Mitesserinnen schwärmte mir von ihrem letzten Geburtstag vor. Sie habe die ganze Baggage einfach hierher eingeladen und es gab was auf die Kiemen zu essen und zu trinken. Es war sehr schön, erinnert sie sich. Die Website sagt zum Angebot „Catering“ und „Feiern fein feiern wollen“ auch was, also nüscht wie draufgeklickt. So wie die Website ist auch das Restaurant: Nicht zu dick aufgetragen, gerade richtig und mit einer angenehm spürbaren asiatischen, freundlichen Bescheidenheit. Daumen hoch von mir.

Ich hab den Platz erst mal angelegt, weil wie gesagt, Perl- und Silberzwiebeln, ach, siehe oben….

Linklotse

(Dieser Artikel erschien auch auf plazaa.de)

 

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