Erstes "Erl"-Foto: Peking-Ente tofuanisch

214/14: Gourmet News: In Berlin testet ein Restaurant Peking-Ente vegetarisch! #Feldforschung

button_Gourmet.News.


„Ich suche ein Herz“, Dirk Zöllner 2008 – mit freundl. Genehmigung

Eine tote Ente lässt man nicht verwesen. Man bringt sie zum Chinesen. (Alte, deutsche Redensart)

(via nf) – Wie die lukullische Nachrichtenagentur news fress erfahren hat, bereiten internationale Feldforscher aus dem asiatischen Raum eine Weltsensation vor: Die erste vollvegetarische Peking-Ente. Viel ist von dem Vorhaben noch nicht nach draußen gesickert, aber zumindest soviel kann man sagen: Die Feldforscher arbeiten an einem durchaus unglaublichen Vorhaben.

Die Versteinerung (Fossilation) von Lebewesen unterliegt den Voraussetzungen des Lebens, selbst wenn der Tod als zwingende Voraussetzung anerkannt ist. Selbiges gilt nämlich unbedingt auch für die Verwesung. Wikipedia führt aus: „Fossilisation beginnt mit dem Tod des Organismus. Vorteilhaft ist, wenn dieser für Zeitgenossen unbemerkt bleibt, die sich von Kadavern ernähren.“ Wissenschaftlich unscharf, bzw. unvollständig, denn Verwesung kann identisches vorweisen. Unerfreulich,  unerschöpflich. Gegen die Skibindung gedacht: Es geht hier um die Mensch-Tier-Bindung von Homo sapiens zum Kadaver und umgekehrt, nicht Kadavergehorsam. Bzw. Kadavergläubigkeit als Fetisch.

Erstes "Erl"-Foto: Peking-Ente tofuanisch

Erstes „Erl“-Foto: Peking-Ente tofuanisch

_Media.Gerichtspunkte

(mit freundlicher Genehmigung)

Wir testen gerade eine vegetarische Peking Ente zubereitet aus knuspriger Tofuhaut (Yuba). Auf dem Teller sieht es schon gut aus. Eine ‚ganze‘ Ente aus Tofu zum Vorzeigen am Tisch ist schwieriger. (Mengling Tang, Forschungsprojektleiterin)

Dahinter steckt ein ausgebufftes, handverlesenes Küchen- bzw. Kochfeld-Forschungsteam um Mengling Tang, die in Berlin das angesehene China-Restaurant Peking-Ente Berlin betreibt. Wir berichteten.

Die Chinesen sind in vielen Disziplinen wahre Weltmeister und beherrschen in vielen internationalen Disziplinen die von Ideen- und Antriebslosigkeit derzeit beherrschte Diaspora. Dass nun aber eine komplette Peking-Ente an- und dann ausmodelliert wird, gehört zu den verwegensten Plänen. Wozu?

Mehr und mehr Menschen auf der Welt leisten freiwilligen Fleischverzicht. So stark das Weltinteresse der Wohlstandsgesellschaft in Marktsegmenten wie dem Einkaufen (Stichwort: Bio Boom) ist, so ungebrochen steht an erster Stelle jeglichen Gesundstrebens der Fleischverzicht. Woran es noch fehlt derzeit: An einer Cuisine, die einem den Verzicht regelrecht schmackhaft macht. Schluss mit Klops, Freakadelle und Currywurst.

Insofern liegt die Feldforschung des Berliner Feldküchenteams ganz weit oben im Trend, ist konsequent. Auf die Ergebnisse müssen hungrige Mäuler sicherlich nicht mehr lange warten. Wenn die Peking-Ente „Yuba“ auf die Karte kommt, werden Testesser das Gericht bewerten und nach allen Regeln der Kunst auseinander nehmen, mit Stäbchen.

Inzwischen denken einige weiter. Unerforscht ist die öffentlich getragene Fliege des Ex-Bundesforschungsministers Horst Riesenhuber. Ob Fliegen aus Yuba herstellbar sind? Probiert hat´s noch niemand. Riesenhuber wäre gar nicht mal unerfreut, Alternativen zu testen und in die Reisegarderobe aufzunehmen. Er soll gemutmaßt haben: „Apropos Fluggepäck. Sehr praktisch, die schmutzigen kann ich aufesssen.“ – Schlüpfer aus Thai-Basilikum, Taschentücher aus Szechuan-Pfeffer „Ha Tchi“, der Zukunft setzt niemand Grenzen.

Praxistipp für die Wartezeit bis zur Veröffentlichung der ersten Yuba-Pekingente: Die Peking-Ente macht ganz ausgezeichnete Auberginen mit viel Knoblauch, crispy und wohlgesotten. Ausprobieren.

Wir lesen uns noch.